Barrierefreiheitstipps - Einfache Sprache

minnit’ leichter nutzen: Hinweise und Unterstützung 


minnit’ soll möglichst vielen Menschen helfen, sich zu beteiligen. Wir wissen aber: minnit’ ist noch nicht vollständig barrierefrei. Manche Menschen können minnit’ deshalb nicht so gut nutzen. Zum Beispiel, weil Texte schwer verständlich sind, weil ein Screenreader nicht alles richtig erkennt, weil die Bedienung mit der Tastatur schwierig ist, weil Inhalte auf kleinen Bildschirmen nicht gut dargestellt werden oder weil Diagramme und Tabellen schwer erfassbar sind. 

Welche Barrieren bekannt sind, steht in unserer Erklärung zur Barrierefreiheit. Wir arbeiten daran, Barrieren zu verringern. Manche Dinge können wir im aktuellen Projektzeitraum aber wahrscheinlich nicht mehr vollständig ändern. Deshalb geben wir hier zusätzliche Hinweise. Diese Hinweise ersetzen keine barrierefreie Gestaltung. Sie können aber helfen, minnit’ in bestimmten Situationen besser zu nutzen.


Für wen sind diese Hinweise gedacht?


Diese Hinweise können für viele verschiedene Personen hilfreich sein. Zum Beispiel für blinde und sehbehinderte Personen, gehörlose und schwerhörige Personen, Personen mit motorischen Einschränkungen, Personen mit Lernschwierigkeiten, Personen mit geringer Lesekompetenz, jüngere Lernende, mehrsprachige Personen, Personen, die Deutsch lernen, Personen, die Deutsch als Zweitsprache oder weitere Sprache nutzen, hochbegabte Lernende mit besonderen Unterstützungsbedarfen und neurodivergente Personen. 

Neurodivergent bedeutet hier zum Beispiel: Personen mit ADHS, Autismus, Dyslexie, Dyskalkulie, Dyspraxie, Tourette oder anderen Formen der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Kommunikation oder Selbstregulation. Der Begriff ist nicht perfekt. Er kann so klingen, als gäbe es eine richtige Norm und manche Menschen würden davon abweichen. Das wollen wir nicht sagen. 

Alle Menschen nehmen die Welt unterschiedlich wahr. Alle Menschen denken, lernen und kommunizieren unterschiedlich. Diese Vielfalt nennt man Neurodiversität. Neurodiversität umfasst neurotypische und neurodivergente Personen. 

Trotzdem gibt es digitale Angebote, die nur für bestimmte Nutzungsweisen gut funktionieren. Dann entstehen Barrieren. Zum Beispiel, wenn eine Aufgabe zu unklar ist, wenn es zu viele Reize gibt, wenn eine Webseite nur mit der Maus gut funktioniert, wenn Texte zu schwierig sind oder wenn nur eine Art der Beteiligung möglich ist. 

Unser Ziel ist eigentlich: Digitale Angebote sollen sich an verschiedene Menschen anpassen. Nicht Menschen sollen sich an digitale Angebote anpassen müssen. Diesen Anspruch können wir mit minnit’ im Moment nicht vollständig erfüllen. Deshalb geben wir zusätzliche Hinweise. Die Verantwortung für Barrierefreiheit bleibt aber bei den Anbietenden digitaler Angebote. 

Viele Hinweise können mehreren Gruppen zugleich helfen. Eine Vorlesefunktion kann zum Beispiel blinden Personen helfen. Sie kann aber auch Personen mit Dyslexie, Konzentrationsschwierigkeiten oder Erschöpfung helfen. Klare Sprache kann jüngeren Lernenden helfen. Sie kann aber auch mehrsprachigen Personen oder Personen helfen, die Deutsch lernen. Weniger Reize können autistischen Personen helfen. Sie können aber auch Menschen mit ADHS oder Migräne helfen. 

Wenn auf dieser Seite Icons verwendet werden, sollen sie keine Menschen einteilen. Sie zeigen nur, bei welchen Nutzungssituationen ein Hinweis besonders hilfreich sein kann. 



Was bedeuten die Icons?


Auf dieser Seite können Icons stehen. Icons sind kleine Bilder oder Zeichen. Sie zeigen, für welche Nutzungssituation ein Hinweis besonders hilfreich sein kann. 

Die Icons beschreiben keine festen Personengruppen. Sie sagen also nicht: Dieser Hinweis ist nur für diese eine Gruppe. Viele Hinweise können mehreren Personen helfen. 

Die Icons stehen für diese Bereiche: 

BereichGemeint sind Barrieren oder Unterstützungsbedarfe bei …

  Sehen / Visuelle Wahrnehmung

Blindheit, Sehbehinderung, Kontrast, Schriftgröße, visuelle Orientierung

  Hören / auditative Wahrnehmung

Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit, auditive Verarbeitung, Bedarf an schriftlichen Alternativen

  Bedienung / Motorik

Nutzung ohne Maus, eingeschränkte Feinmotorik, Spracheingabe, alternative Eingabegeräte

  Verstehen / Sprache / Informationsverarbeitung

Einfache Sprache, Leichte Sprache, klare Struktur, Lesbarkeit, Dyslexie, Arbeitsgedächtnis, mehrsprachige Nutzung, Deutsch als Zweit- oder weitere Sprache, Übersetzungshilfen

  Reize / Aufmerksamkeit / Selbstregulation

Animationen, Ablenkung, Zeitdruck, visuelle Überlastung, ADHS, Autismus, Migräne

  Assistive Technologien

Screenreader, Vorlesefunktion, Diktierfunktion, Braillezeile, Bedienungshilfen

  Lernbegleitung / Beteiligung

Didaktische Unterstützung, alternative Beteiligungswege, Peer-Unterstützung, ausreichend Zeit


 


Hinweis zu Anleitungen


Für einzelne Vorschläge gibt es viele verschiedene Anleitungen im Internet. Sie können dafür eine Suchmaschine wie DuckDuckGo oder ein datenschutzkonformes KI-Tool verwenden. Hilfreiche Suchbegriffe sind zum Beispiel „Screenreader aktivieren Windows“, „VoiceOver iPhone einschalten“, „TalkBack Android nutzen“, „Browser Zoom einstellen“ oder „Text vorlesen lassen“. 


1. Screenreader nutzen


Visuelle Hinweise:  Sehen / visuelle Wahrnehmung ·  Assistive Technologien ·  Verstehen / Sprache / Informationsverarbeitung

Ein Screenreader liest Inhalte auf dem Bildschirm vor. Ein Screenreader kann auch bei der Bedienung helfen. Zum Beispiel mit Tastatur, Gesten oder Braillezeile. 

Screenreader sind besonders wichtig für blinde und sehbehinderte Personen. Sie können aber auch anderen Personen helfen, die Texte lieber hören möchten oder Texte auditiv besser verstehen. 

Es gibt verschiedene Screenreader: 

  • iPhone und iPad: VoiceOver 
  • Android-Geräte: TalkBack 
  • Windows: Sprachausgabe oder NVDA 
  • Mac: VoiceOver 

Hinweis: minnit’ ist noch nicht überall gut für Screenreader vorbereitet. Manche Inhalte oder Schaltflächen können deshalb schwer verständlich vorgelesen werden. Das betrifft zum Beispiel Icons, Diagramme, Tabellen, Überschriften und bestimmte Bedienelemente.




2. Tastaturbedienung ausprobieren


Visuelle Hinweise:  Bedienung / Motorik ·  Assistive Technologien ·  Sehen / visuelle Wahrnehmung 

Viele Webseiten lassen sich mit der Tastatur bedienen. Das kann helfen, wenn eine Maus schwer zu nutzen ist oder wenn jemand assistive Technologien verwendet. 

Wichtige Tasten sind: 

  • Tab: zum nächsten Element wechseln 
  • Shift + Tab: zum vorherigen Element zurückgehen 
  • Enter: Link oder Schaltfläche öffnen 
  • Leertaste: Auswahl aktivieren oder deaktivieren 
  • Pfeiltasten: in Auswahlfeldern bewegen 

Hinweis: In minnit’ ist der Tastaturfokus nicht überall gut sichtbar. Der Tastaturfokus zeigt, welches Element gerade ausgewählt ist. Wenn der Tastaturfokus schlecht sichtbar ist, erkennt man nicht immer gut, wo man gerade ist. Es kann helfen, langsam durch die Seite zu gehen oder zusätzlich einen Screenreader zu nutzen. 




3. Vergrößerung, Zoom und mobile Bedienung


Visuelle Hinweise:  Sehen / visuelle Wahrnehmung ·  Reize / Aufmerksamkeit / Selbstregulation ·  Verstehen / Sprache / Informationsverarbeitung 

Viele Geräte und Browser können Inhalte größer anzeigen. Das kann bei kleiner Schrift, Sehbehinderung, visueller Ermüdung, Konzentrationsproblemen oder kleinen Bildschirmen helfen. 

Mögliche Hilfen sind: 

  • Browser-Zoom vergrößern 
  • Textgröße im Gerät ändern 
  • Bildschirmlupe nutzen 
  • Kontrast erhöhen 
  • Farben umkehren 
  • Farbfilter nutzen 
  • Animationen reduzieren 
  • einen größeren Bildschirm nutzen 

Hinweis: Bei starker Vergrößerung kann minnit’ Darstellungsfehler haben. Auch auf sehr kleinen Bildschirmen kann es Probleme geben. Dann kann es helfen, das Gerät zu drehen, einen größeren Bildschirm zu nutzen oder den Zoom etwas kleiner einzustellen.




4. Vorlesefunktionen und Diktierfunktionen nutzen


Visuelle Hinweise: Sehen / visuelle Wahrnehmung · Bedienung / Motorik · Verstehen / Sprache / Informationsverarbeitung · Assistive Technologien

Viele Geräte können Texte vorlesen. Viele Geräte können auch Sprache in Text umwandeln. Das nennt man Diktierfunktion oder Spracheingabe. 

Das kann helfen, wenn längere Texte schwer zu lesen sind, wenn Schreiben mit der Tastatur anstrengend ist, wenn Informationen leichter gehört als gelesen werden oder wenn jemand eine motorische Einschränkung hat. 

Mögliche Hilfen sind: 

  • Texte auf dem Smartphone vorlesen lassen 
  • markierte Inhalte im Browser vorlesen lassen 
  • Spracheingabe statt Tastatur nutzen 
  • automatische Untertitel nutzen 
  • Live-Transkription nutzen 
  • Browser-Erweiterungen für Vorlesen nutzen 

Diese Funktionen findet man oft in den Einstellungen. Häufig heißen sie Bedienungshilfen, Barrierefreiheit, Vorlesen, Sprachausgabe, Diktieren oder Spracheingabe



5. Texte verständlicher machen


Visuelle Hinweise:  Verstehen / Sprache / Informationsverarbeitung ·  Reize / Aufmerksamkeit / Selbstregulation ·  Lernbegleitung / Beteiligung 

Manche Texte in minnit’ können schwer verständlich sein. Zum Beispiel Texte in Umfragen, Abstimmungen, Aufgaben, Antwortmöglichkeiten oder Hinweise zur Bedienung. 

Das kann für viele Menschen schwierig sein. Zum Beispiel für jüngere Lernende, Menschen mit geringer Lesekompetenz, Menschen, die Deutsch lernen, mehrsprachige Menschen, Menschen mit Konzentrationsschwierigkeiten, Menschen mit Dyslexie oder Menschen, die Informationen schnell verstehen müssen. 

Teilnehmende können sich Unterstützung holen. Zum Beispiel können sie den Text vorlesen lassen, einzelne Wörter nachschlagen, eine automatische Übersetzung nutzen, den Text in Einfacher Sprache erklären lassen oder eine andere Person um Erklärung bitten. 

Wenn eine Aufgabe unklar ist, liegt das nicht automatisch an den Nutzenden. Oft sind Texte, Begriffe oder Arbeitsaufträge nicht klar genug formuliert. 

Wer eine Umfrage in minnit’ erstellt, kann Texte verständlicher machen. Dabei hilft: 

  • kurze Sätze verwenden 
  • in jeden Satz möglichst nur eine wichtige Information schreiben 
  • Fachbegriffe erklären 
  • Beispiele ergänzen 
  • doppelte Verneinungen vermeiden 
  • Antwortmöglichkeiten klar voneinander unterscheiden 
  • wichtige Informationen zuerst nennen 
  • wichtige Informationen bei Bedarf auch in anderen Sprachen anbieten 
  • schwierige Begriffe erklären oder übersetzen 
  • automatische Übersetzungen vor der Nutzung prüfen 
  • lange Aufgaben in kürzere Abschnitte aufteilen 
  • klare Arbeitsaufträge formulieren 
  • unnötigen Zeitdruck vermeiden 

Einfache Sprache und Leichte Sprache sind nicht dasselbe. Einfache Sprache macht Texte verständlicher. Sie hat keinen festen Regelkatalog. Leichte Sprache folgt strengeren Regeln. Texte in Leichter Sprache sollten von geschulten Personen geprüft werden. Wenn möglich, sollten auch Menschen prüfen, die Leichte Sprache brauchen. 

Auch ein Gespräch mit der Zielgruppe kann helfen. So können Texte verständlicher und passender werden.



6. Einfache Sprache, Leichte Sprache, Übersetzung und KI nutzen


Visuelle Hinweise:  Verstehen / Sprache / Informationsverarbeitung ·  Lernbegleitung / Beteiligung 

Für die Bedienung von minnit’ gibt es eine Version in Einfacher Sprache. Diese Version erklärt Funktionen und Abläufe leichter. Sie kann helfen, wenn jemand klare, kurze und gut strukturierte Informationen braucht. 

Aber: Diese Version reicht nicht immer aus. Manchmal braucht eine Person zusätzlich eine Erklärung, eine Übersetzung, Leichte Sprache, eine Vorlesefunktion, Unterstützung durch eine andere Person, ein KI-Werkzeug oder ein Übersetzungstool. 

Nutzende können Tools verwenden, um Inhalte besser zu verstehen. Zum Beispiel können sie sich eine Aufgabe erklären lassen, einzelne Wörter übersetzen, einen Text vorlesen lassen, einen Text einfacher formulieren lassen oder einen Text in eine andere Sprache übersetzen lassen. 

Wichtig: Automatische Erklärungen und Übersetzungen können Fehler enthalten. Wenn etwas unklar oder falsch wirkt, sollte man nachfragen. Zum Beispiel bei einer Lernbegleitung, einer Lehrkraft, einer unterstützenden Person oder einer Person, die sich mit dem Thema gut auskennt. 

KI-Werkzeuge und Übersetzungstools können auch Erstellenden helfen. Sie können zum Beispiel Aufgaben einfacher formulieren, Begriffe erklären, Texte in Einfache Sprache übertragen, Texte in andere Sprachen übersetzen, Antwortmöglichkeiten prüfen oder Aufgaben in einzelne Schritte aufteilen. 

Mögliche Arbeitsaufträge an eine KI sind: 

Text einfacher machen: „Formuliere den folgenden Text in Einfacher Sprache. Verwende kurze Sätze. Vermeide Fachbegriffe. Die Bedeutung soll gleich bleiben: [Text einfügen]“ 

Begriffe erklären: „Erkläre diese Begriffe für Schüler:innen der Klassenstufe [X]: [Begriffe einfügen]“ 

In eine andere Sprache übersetzen: „Übersetze den folgenden Text in [Sprache]. Die Aufgabe soll verständlich bleiben. Es sollen keine wichtigen Informationen verloren gehen: [Text einfügen]“ 

Für Deutschlernende erklären: „Erkläre den folgenden Text für Lernende, die Deutsch als Zweitsprache lernen. Verwende einfache Wörter und kurze Sätze. Erkläre schwierige Begriffe: [Text einfügen]“ 

Fachbegriffe in mehreren Sprachen erklären: „Erstelle eine kurze Erklärung der folgenden Fachbegriffe auf Deutsch und in [Sprache]. Die Erklärung soll für Schüler:innen der Klassenstufe [X] verständlich sein: [Begriffe einfügen]“ 

Aufgabe klarer machen: „Überarbeite diese Aufgabe. Sie soll leichter verständlich sein. Sie soll fachlich richtig bleiben und nicht kindlich klingen: [Text einfügen]“ 

Antwortmöglichkeiten prüfen: „Prüfe diese Antwortmöglichkeiten. Sind sie klar voneinander unterscheidbar? Schlage verständlichere Formulierungen vor: [Antwortmöglichkeiten einfügen]“ 

In Schritte aufteilen: „Teile diese Aufgabe in kurze und verständliche Schritte auf: [Text einfügen]“ 

Bedienhinweis zu minnit’ erklären: „Erkläre den folgenden Bedienhinweis zu minnit’ in Einfacher Sprache. Verwende kurze Sätze. Erkläre schwierige Begriffe: [Text einfügen]“ 

KI-Ergebnisse müssen geprüft werden! Wichtige Fragen sind: 

  • Stimmt der Inhalt? 
  • Passt der Ton? 
  • Passt der Text zur Zielgruppe? 
  • Ist der Text fachlich richtig? 
  • Fehlen wichtige Informationen? 
  • Wurde etwas falsch vereinfacht? 
  • Sind die Begriffe weiterhin korrekt? 

Bei Unsicherheit hilft ein Austausch mit der Zielgruppe oder mit fachkundigen Personen.



7. Reize reduzieren und Orientierung erleichtern


Visuelle Hinweise:  Reize / Aufmerksamkeit / Selbstregulation ·  Sehen / visuelle Wahrnehmung ·  Verstehen / Sprache / Informationsverarbeitung 

Digitale Lernumgebungen können anstrengend sein. Zum Beispiel durch Bewegung, viele Farben, viele Informationen gleichzeitig, unklare Strukturen, Zeitdruck oder Animationen. 

Das kann zum Beispiel Menschen mit ADHS, autistische Menschen, Menschen mit Migräne, Menschen mit Konzentrationsschwierigkeiten, Menschen mit visueller Überlastung oder Menschen mit vestibulärer Empfindlichkeit betreffen. Vestibulär bedeutet: Es hat mit Gleichgewicht und Bewegung zu tun. 

In minnit’ können nicht alle bewegten oder visuellen Elemente vollständig angepasst werden. Trotzdem können einige Dinge helfen: 

  • Animationen im Gerät reduzieren 
  • Umfragen klar und übersichtlich gestalten 
  • nicht zu viele Fragen auf einmal stellen 
  • nicht zu viele Antwortmöglichkeiten anbieten 
  • klare Überschriften verwenden 
  • kurze Abschnitte nutzen 
  • wichtige Informationen zusätzlich mündlich oder schriftlich hervorheben 
  • genug Zeit geben 
  • Pausen ermöglichen 
  • Ergebnisse nicht nur zeigen, sondern auch erklären 

Für neurodivergente Personen kann es besonders hilfreich sein, wenn Aufgaben vorhersehbar, übersichtlich und reizarm sind. 



8. Diagramme, Tabellen und Ergebnisse zugänglicher erklären


Visuelle Hinweise:  Sehen / visuelle Wahrnehmung ·  Verstehen / Sprache / Informationsverarbeitung ·  Lernbegleitung / Beteiligung 

minnit’ kann Ergebnisse als Diagramme anzeigen. minnit’ kann Ergebnisse auch in Tabellen darstellen. Nicht alle Diagramme und Tabellen sind für Screenreader gut erfassbar. Deshalb kann es helfen, Ergebnisse zusätzlich mündlich oder schriftlich zu erklären. 

Hilfreich ist zum Beispiel: 

  • wichtigste Ergebnisse in einem Satz zusammenfassen 
  • auffällige Unterschiede beschreiben 
  • nicht nur sagen: „Wie man sieht …“ 
  • genau sagen, was sichtbar ist 
  • Tabellen oder Diagramme gemeinsam besprechen 
  • Ergebnisse zusätzlich als Text speichern 
  • Lernende bitten, visuelle Ergebnisse selbst zu beschreiben 

Beispiel: 

Nicht so: 

„Wie man im Diagramm sieht, ist Antwort B vorne.“ 

Besser so: 

„Die meisten Teilnehmenden haben Antwort B gewählt. Antwort B wurde 18-mal ausgewählt. Antwort A wurde 7-mal ausgewählt. Antwort C wurde 3-mal ausgewählt.“



9. Weitere Hinweise für Erstellende


Visuelle Hinweise:  Lernbegleitung / Beteiligung ·  Verstehen / Sprache / Informationsverarbeitung ·  Reize / Aufmerksamkeit / Selbstregulation ·  Assistive Technologien

Barrieren können durch gute Vorbereitung verringert werden. 

Hilfreich kann sein: 

  • Umfragen vorher auf verschiedenen Geräten testen 
  • Aufgaben kurz und klar formulieren 
  • wichtige Informationen nicht nur visuell darstellen 
  • Ergebnisse zusätzlich vorlesen oder beschreiben 
  • genug Zeit geben 
  • alternative Beteiligungswege ermöglichen 
  • Lernende fragen, was sie brauchen 
  • Arbeit in kleinen Gruppen ermöglichen 
  • Assistenz ermöglichen 
  • Links und Zugangscodes gut sichtbar zeigen 
  • Links und Zugangscodes zusätzlich mündlich nennen 
  • bei schwierigen Aufgaben vorher erklären, was passiert 
  • eine ruhige Arbeitsphase einplanen 

Barrierearme Nutzung entsteht nicht nur durch Technik. Sie entsteht auch durch gute didaktische Gestaltung. Wichtig ist: Beteiligung sollte nicht nur auf eine einzige Art möglich sein. 

Manche Personen antworten direkt digital. Andere brauchen mehr Zeit. Andere brauchen eine Vorlesefunktion. Andere brauchen Unterstützung beim Lesen. Andere brauchen eine klarere Struktur. Andere brauchen eine andere Möglichkeit, ihre Meinung einzubringen. 



10. Unterstützung und Rückmeldung


Visuelle Hinweise: alle Unterstützungsbedarfe            

Wenn Barrieren in minnit’ auffallen, freut sich das minnit’-Team über eine Rückmeldung. Das hilft dem Team, Probleme besser zu verstehen und weitere Verbesserungen zu planen. 

Hilfreich sind diese Informationen: 

  • Auf welcher Seite ist die Barriere aufgetreten? 
  • Bei welcher Funktion ist die Barriere aufgetreten? 
  • Welches Gerät wurde genutzt? 
  • Welcher Browser wurde genutzt? 
  • Wurde eine assistive Technologie genutzt? 
  • Was sollte passieren? 
  • Was hat nicht funktioniert? 

Kontaktmöglichkeiten stehen in unserer Erklärung zur Barrierefreiheit. Dort finden Sie auch Informationen zum Schlichtungsverfahren. 


 


Wichtig 


Diese Hinweise sollen die Nutzung von minnit’ erleichtern. Sie ersetzen keine barrierefreie Gestaltung und bedeuten nicht, dass Nutzende selbst für Barrierefreiheit verantwortlich sind.


Wo finde ich weitere Unterstützung?

Manchmal reichen allgemeine Hinweise nicht aus. Dann kann zusätzliche Beratung sinnvoll sein. Welche Stelle passend ist, hängt vom konkreten Anliegen ab: Geht es um technische Barrierefreiheit, schulische Unterstützung, Nachteilsausgleich, assistive Technologien, Autismusberatung, verständlichere Texte, Leichte Sprache, Übersetzung oder eine konkrete Barriere in minnit’? 

Bei schulischen Fragen können die jeweilige Schule, Lernbegleitende, die Schulleitung, sonderpädagogische Dienste oder Beratungsangebote der Staatlichen Schulämter wichtige Ansprechstellen sein. Für Fragen im Zusammenhang mit Autismus gibt es in Baden-Württemberg außerdem Autismusbeauftragte beziehungsweise Autismusberatung im schulischen Kontext. 

Für Fragen zu digitaler Barrierefreiheit, barrierefreien Webseiten und Apps sowie rechtlichen Grundlagen bieten das Landeszentrum Barrierefreiheit Baden-Württemberg und die Bundesfachstelle Barrierefreiheit weiterführende Informationen. Wenn es um Einfache Sprache, Leichte Sprache oder Übersetzungen geht, können Fachstellen, Übersetzer:innen, Prüfer:innen aus der Zielgruppe oder geeignete digitale Werkzeuge unterstützen. 

Wenn eine konkrete Barriere in minnit’ auffällt, nutzen Sie bitte die Kontaktmöglichkeiten in unserer Erklärung zur Barrierefreiheit.